Dem Licht sei Dank!

Der heutige Tag verlief leider alles andere als glänzend, doch das schlimmste scheint vorbei zu sein. Aber ich beginne am Anfang. Der Tag begann damit, dass ich mein Morgengebet nicht vollenden konnte. Sir Serath rief uns zusammen und wir besprachen die Ergebnisse von gestern. 

Die Späherin und Ich erzählten von unserem Gespräch an der Späherkuppe. Wir konnten in Erfahrung bringen, dass es viele Banditen sein sollen, die in mehreren Banden agieren. 
Die Namen von zwei Anführern sind uns Bekannt. Marco und Joe. 
Lady Caledon und Lew konnten dies ebenfalls herausfinden. Noch dazu konnten sie mehr über Worrens Hof in Erfahrung bringen. Oh hätte man uns doch nur vorher vor dem Schrecken dieses Hofes gewarnt. 
Die Hochelfe, welche sich so abfällig über das Licht äußerte, berichtete von ihrem Rundflug. Viele Scheunen. Die meisten zerfallen. Auffällig soll wohl ein intaktes Haus gewesen sein. 

Nachdem wir die Ergebnisse besprochen haben, berieten wir uns über das weitere Vorgehen. Es wurde die zeitgleiche Ausführungen von zwei Möglichkeiten ausgewählt.

Die erste Möglichkeit war, dass wir einen Überfall auf einen Wagen provozieren. Der Wagen war mit Waffen beladen. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber Lady Weißensee schlug vor das die Waffen entsprechend manipuliert werden. Ich hoffe diesem Vorschlag kam man nach. Mir behagt der Gedanke ganz und gar nicht, dass die Banditen nun mit besseren Waffen ausgerüstet wurden. Doch ich vertraue auf die Anweisungen des Großmeisters. 
Der Überfall soll von Späher O'Bryan beobachtet werden und dieser soll die Spuren der Banditen aufnehmen und sie verfolgen. 
So können wir das Versteck einer Bande ausfindig machen. Der Späher wird sich wohl heute zurück melden und Bericht erstatten. 

Die zweite Option war, den Briganten das gewünschte Gold zu übergeben. Das Gold war anscheinend mit dem Duft des Herrn Winters durchtränkt, sodass die Wölfe die Spuren aufnehmen können, sollte die Späherin die Fährte verlieren. Die Späherin sollte sich nämlich in der Nähe des Hofes verstecken und diesen im Auge behalten. Wenn die Banditen kommen um das Gold abzuholen, soll sie diese verfolgen. 
Lew und Ich schleppten die Truhe in den Karren und machten diesen für die Reise bereit. Sir Serath und Sir von Silberbach gingen vorran. Lady Caledon und Ich übernahmen die Flanken des Wagens. Lew führte das Pferd, welches den Wagen zog. 
So marschierten wir durch die windigen Wiesen von Westfall. Ehrlich gesagt hat es mir sehr gefallen mal wieder den Wind zu spüren. In Sturmwind ist es auch sehr zugig, ohne Frage. Aber nichts ist schöner als die Heimat. Ich musste oft an das Bild denken, welches Sir Serath gemalt hat. Ich bete dafür, dass es in ein paar Jahren so aussieht. Doch-
Wir kamen schließlich in der Nähe des Hofes an. Lew blickte durch das Ding, dass er Fernglas nannte – Ich muss ihn mal fragen wie so ein Ding funktioniert – und erblickte eine Art Vogelscheuche auf dem Hof. Leider war es keine Vogelscheuche, wie sich später herausstellte. 
Wir gingen näher an den Hof heran und bei Sir Seraths genauerer Beschreibung der Vogelscheuche lief es mir doch etwas den Rücken herunter. Ich habe die Geschichten gehört und wahrlich, dass sind keine Geschichten die man lachend und feiernd am Lagerfeuer erzählt. 
Geschichten des Grauens und des Schreckens. Geschichten der Warnung. Diese Erntebehüter, Ernteschnitter oder wie man sie auch immer nennen will. Sie sind grausam, hinterlistig und brutal. 
Einem Bauern sollen sie die Beine zerschnitten haben, sodass dieser mit Müh und Not sich zu seinem Hof schleppen konnte und dann dort voll schrecken von den Dingern erzählte. Er soll dann doch an seinen Wunden verstorben sein. 
Onkel Horace hat mir immer Verboten mich anderen Feldern zu nähern und nun verstehe ich den Grund. Dieser Ernteschnitter stellte sich tot! Es war wirkich, eine hinterlistige Falle, die er vorbereitet hatte. Ich bin erschrocken, was für einen Verstand diese Dinger wohl haben müssen. 
Denn als wir uns näherten erwachte das Ding und griff ohne zu zögern Sir Serath und Lady Caledon an. Sir Serath wurde etwas zurückgeworfen. Ich konnte noch die Lücke schließen, sodass es nicht von dem Moment der Schwäche nutzen ziehen konnte. Mir gelang es sogar eine Messerhand zu beschädigen. Doch ließ es mich die andere Hand spüren. Lady Caledon erwischte er ebenfalls. Sie wurde schwer am Hals getroffen. 
Ich, dem Licht sei dank, nur im Gesicht. Die Messer zerschnitten die Haut. Nichts schwerwiegendes, aber eine Narbe wird wohl bleiben. Sir Serath erledigte das Ding dann.
Und als wäre das nicht schlimm genug, fiel das mechanische Ungetüm auch noch auf Lew. 

Ich fasse es kurz. Sir Serath konnte mit dem Licht Lady Caledon retten. Und ich konnte Lew befreien und mich notdürftig verbinden. 
Wir waren Siegreich. 

Glücklicherweise war es nur ein einzelner Erntebehüter. Mehrere hätten wohl größere Probleme gemacht. 
Aber möglicherweise war dieses Ding der Grund, warum der Hof verlassen war. Wir fanden auch einen Leichenhaufen um den Ernteschnitter herum. Wer nähert sich schon freiwillig einer Todesfalle?

Das Gold wurde in der Scheune platziert und wir konnten Lady Caledon zurück zum Hof bringen, wo sie weiter versorgt wurde. 
Heute besprechen wir wohl weiteres Vorgehen. Ich bin gespannt, was Herr O'Bryan herausgefunden hat und ob wir eine Spur haben. Das Licht steh uns bei. 

- Briala 

-Aus dem Tagebuch von Briala Caeldon, Knappe des Ordens der Klingen Tyrs. Geschrieben wurde der Bericht am 25.04.31(2016)