Die Farce

Still ist es. Still und dunkel. Nur eine kleine Kerze erhellt die enge, fensterlose Schreibstube. Bis auf einen kleinen Tisch in der Mitte des Raumes, welcher in ihren matten Schein gehüllt wird, liegt sie in Finsternis. Der Tisch aus hellem Holz ist sauber. Nur die kleine Kerze in einem bronzenen Halter, ein aufgeschlagenes Buch, das Schreibzeug des Virtuosen sowie ein einzelner, zerknitterter Brief liegen auf der Platte.

Auf einem Stuhl davor sitzt Caverios Serath, gehüllt und gekleidet in einfachem Stoff. Träge stützt er den Kopf mit dem Arm ab und fährt sich mit der Hand durch das Gesicht, die Augen geschlossen. Selten hat man den Paladin so kraftlos gesehen. Sein blaues Augenpaar hängt trüb auf den geschriebenen Zeilen seines Tagebuchs.

29. Februar (2016)


"Es ist mir nach wie vor unbegreiflich, fern meines Fassungsvermögens und der Unwirklichkeit nahe. Einfach alles, was in den letzten Tagen geschah. Als Walter Eisenmann dem Licht frevelte und die Kathedrale mit seinen Schimpfworten besudelte. Und als er Lady Astaria in aller Öffentlichkeit auf dem Kathedralenplatz denunzierte, sie beleidigte, sie aufs schändlichste verhöhnte. Ich war anfangs alles andere als mit ihrer Entscheidung einverstanden, ihm daraufhin den Handschuh hinzuwerfen und zum Ehrenhandel zu fordern. Und ich glaube nach wie vor, dass es töricht und unüberlegt war. Denn es wird unseren Feinden auf die eine oder andere Weise in die Hände spielen.


Im Nachhinein betrachtet weiß ich aber auch nicht, ob ich anders gehandelt hätte. Schwester Astaria eröffnete mir im Nachhinein, dass es ihr nicht nur um die Ehre ging. Nein, das war nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Walter Eisenmann, diese erbärmliche Gestalt eines vermeintlichen Ritters, dessen Sünden nicht an hundert Händen abzuzählen sind, ist eine Schande für die gesamte Ritterschaft. Eine Schande für das gesamte Königreich Sturmwind, dem er zu dienen vorgibt. Und kaum auszusprechen ist die Untat, als er die Männer und Frauen unter seinem Befehl in der arathischen Hohenburg zum Kannibalismus zwang, sich selbst dieser schweren Sünde schuldig machte. Reue? Konsequenz? Selbst von jedem Andeut fehlt die Spur. Und dies ist mir befremdlich. Dies lässt mich nachvollziehen, warum Schwester Astaria auch kein Vertrauen in die hohe Gerichtsbarkeit von Sturmwind hat. So ein Mann, so ein Tier, so einer wäre kein Ritter mehr.


Sie wünschte, dass ich als ihr Sekundant diente. Der, der die Waffen überprüft, die Regeln aushandelt und im Falle eines Regelbruchs eingreift. Da ich am Tage nicht am Platz war, als Walter Eisenmann auf Lady Astaria zutrat, um, einmal wieder in seiner abscheulichen Art, die Bestimmung der Regularien einzufordern, übernahm mein Ordensbruder Sir Garlann Raedwald die Stellvertretung meiner Wenigkeit.


Er war gewissenhaft, zweifelsohne. Die bestimmten Regularien besagten, dass es ein geregeltes Duell auf Leben und Tod war – mit der Möglichkeit zur Aufgabe, wie es auch die Ehre verlangte. Geführt werden sollte das Bastardschwert... eine Foderung des Eisenmannes, welcher zugestimmt wurde. Ich war Lady Astarias Sekundant, der von Walter Eisenmann ein gewisser Andrast Herold. Der Unparteiische, der Kampfrichter, sollte Verenold Harp sein. An dieser Stelle hätte ich verneint, aber Lady Astaria und Sir Garlann konnten noch einen Funken Vertrauen aufbringen. Da man sich auf keinen Ort einigen konnte, wurde das Nordhaintal als neutraler Grund und Boden gewählt. Ursprünglich sollte es Sturmwind sein, aber Lady Astaria wies davon ab. Zu meinem Verständnis fürchtete sie eine Intrige von Arlan Löwenherz, der Herr von Eisenmann, in welche Aelendra van Haven auch noch mit verwickelt sein mochte. So besagte die letzte Regularie, dass andere Personen ausgeschlossen wurden, insbesondere Lady Aelendra. Das bedeutete, niemand außer den benötigten und zuvor benannten Teilnehmern durfte hinzugezogen werden.


Der Duelltag war angebrochen. Wir versammelten uns einige Stunden vor dem vereinbarten Zeitpunkt vor den Toren Sturmwinds bei Tageslicht. Lady Astaria, meine Wenigkeit, Fürst Colin als geistlicher Beistand Astaria's, Lady Jonina als ihre Heilerin sowie Lady Trigares und der Söldner Weoferth als Garde für den Ritt nach Nordhain. Der Plan war, vor dem Duell noch gemeinsam in der Abtei zu beten. Fernab des Duellplatzes sollten die anderen dann dort verbleiben und etwaige Störenfriede fernhalten. Geritten sind wir mitten durch den Wald, um die Passanten auf dem Weg nicht auf uns aufmerksam zu machen.


Vor Ort sollte es aber nicht mehr zu dem Geplanten kommen. Ein Paladin des Ordens des Silberkodex verlangte Aufklärung, als wir uns dort versammelten. Ich verzog das Gesicht. Unser auserwählte Bote hatte die Nachricht versäumt. Während ich der Erklärungsnot Genüge getan habe, erschienen allerdings noch weitere Menschen, welche ins Nordhaintal ritten. Es war, als würden mir die Augen ausfallen, als ich mich von Lady Paraniela umwandte und den gesamten Aufruhr sah. Fronten hatten sich gebildet. Unser Orden gegenüber Walter Eisenmann, drei weitere, mir unbekannte Menschen, die ihn geleiteten. Der weitere Anhang bestand aus zwei Damen, Lady Aelendra van Haven sowie einer anderen Damen an ihrer Seite hoch zu Ross, dem Bursche Lewron Tucan und ich meine sogar, Lady Talisalia von Schärf abseits gesehen zu haben. Dazwischen stand Lord Verenold Harp, der noch zuvor erschienen sein musste sowie ein Mann in Magierkluft.


Ich ging sofort auf die Ansammlung zu. Astaria und Eisenmann lieferten sich ein heftiges Wortgefecht, schließlich hatte Eisenmann die Regularien gebrochen – so lautete zumindest der Vorwurf seitens Astaria. Sie forderte eine Vertagung und Richter Harp stimmte ihr sogar zu. Die Stärke, es durchzusetzen, hatte er aber nicht.

Eisenmann redete sich währenddessen heraus. Er habe die van Havens nach Pechstein geschickt, sie aber seien ihm gefolgt. Die Dame an seiner Seite tönte, man würde sich im dunklen Walde ja nicht nach Reitergeräuschen hinter einem umsehen. In jenem Momente war ich mir nicht sicher, ob ich in aller Ernsthaftigkeit am Verstand der Dame zweifeln sollte oder ob nicht der Versuch von Hohn aus ihr sprach. In beiden Fällen war es unangebracht.


Wahrhaft. Wäre es hier um wahre Ehre gegangen, so hätte man Walter Eisenmann wegen seiner elenden Lüge hier und jetzt entehrt und ihm sämtliche Privilegien genommen. Denn hinter dieser feigen Täuschung stand sicher nicht nur der Grund, Lady Aelendra in die Irre zu führen. Sonst hätte es auch ein anderer Ort getan, als das Lehen von Arlan Löwenherz.


Aelendra van Haven zog rasch von Dannen. Einer Farce wie diesem Duell beizuwohnen würde ihr Banner beschmutzen, so ihre Worte ob der Diskussion, als sie sich abwendete. Es weckte ein vielsagendes Gefühl in mir, als sie mir, die vermeintliche Paladin und Schildmaid des Hochlandes, einen Ritter zum Kampf vorzusetzen drohte, als ich ihr nachrief, dass dieser Schmutz auf ihrem Banner der kleinste wäre, um welchen sie sich sorgen müsste.


Auch die beiden Damen, welche hämisch im Hintergrund tuschelten, schienen sich davon zu machen. Walter Eisenmann indes bestand auf das Duell ohne Vertagung, während zwei seiner Begleiter, die Dame, die angeblich stellvertretend für Arlan Löwenherz fungierte sowie der Leibarzt von Eisenmann vor Pöbelei nur so trotzten. Vom angekündigten Sekundanten, Andrast Herold, fehlte zumal jede Spur.


Die Klingen Tyrs blieben still. Nur der Söldner, der uns später noch verraten sollte, vermochte es nicht, seinen Mund zu halten.


Schlussendlich wurde sich geeinigt. Zum Duellplatz gehen sollten die Kämpfenden, die Sekundanten, der Richter und sein Magier. Da der Orden des Silberkodex kein tödliches Blutvergießen auf dem Grund und Boden Nordhains duldete, dieses aber befürchtete, gingen wir vor die Tore Nordhains, abseits des Weges zu einer Waldeslichtung mit ebenem Boden. Das geschah, nachdem die Waffen überprüft wurden.


Auf der Lichtung wurde Stellung bezogen. Lady Astaria und Walter Eisenmann bereiteten sich vor. Ich beobachtete den Gegner meiner Großmeisterin, Ordensschwester und Freundin genau... dieser Feind, der mehr etwas von einem orcischen Guhl, als einem menschlichen Ritter hatte. Und ich fragte mich, ob ich auch eingreifen würde, würde sie nicht aufgeben, sollte sie unterlegen sein. Vermutlich hätte ich dies mit einem Ja beantworten müssen. Denn dieser götzenhafte Kultus um die Ehre, welche der Adel wie Gift durch die Adern unserer Gesellschaft fließen lässt, hat nichts mit der Gerechtigkeit des Lichts zu tun. Nichts mit wahrer Ehre.


Aber das stand garnicht zur Debatte. Lady Astaria machte mir bereits zu Beginn deutlich klar, dass sie aufgeben werde, sobald sie unterlegen ist. Sollte Walter Eisenmann das missachten, wäre das ein Regelbruch und damit seine Niederlage. In diesem Falle, im Falle eines Regelbruches, würde ich eingreifen. So, wie es als Sekundant meine Pflicht war. Ich zog meine Klinge und begab mich in Position, eine typische Haltung annehmend. Verwunderlich war für mich in diesem Moment, wie die spontan ernannte, neue Sekundantin von Eisenmann regungslos dort stand. Sie tat bis auf die Waffenprüfung nicht mehr, als das, was ein Knappe tut. Aber Einwände erfolgten von keiner Seite.

Erst später mitten im Kampf meinte ich mitbekommen zu haben, wie Harps Magier mich erfolglos von Astarias ungeschützter Seite wegzitieren wollte. Aber bereits hierbei keimten bei mir die ersten Zweifel auf, ob sich die anderen Beteiligten überhaupt über den Sinn und Zweck eines Sekundanten im Klaren waren.


Ich weiß nicht, ob ich beunruhigt war. Ein wenig vielleicht. Weniger zumindest, als man es in dieser Situation hätte sein sollen. Ich vertraute fest darauf, dass das Heilige Licht Schwester Astaria stärken und ihr den Sieg bescheren würde. Ich vertraute fest auf ihre Fähigkeiten, auch wenn sie vom Augenscheine her körperlich unterlegen war.


Verenold Harp eröffnete den Kampf. Lady Astaria und Eisenmann lieferten sich ein Gefecht, das zu Anfang keinem wirklich Gnade schenkte. Ich folgte dem Kampfe auf angemessen Abstand, verfolgte die Kampfbewegungen der Kontrahenten wachsam und hörte das Klirren der Klingen. Und so ich über jeden Nachteil Astarias erschrocken war, so ließ jeder erfolgreiche Streich meiner Ordensschwester meine Hoffnung auf ihren Sieg im Herze heller erstrahlen. Aber all dies wich wie eine erlischende Kerze, als Eisenmann sie wie ein tobender Orc ohne jedwede Vorwarnung überwältigte und ihr das Schwert zwischen Berge und Schulterplatte ins Fleisch trieb.


Meine Augen weiteten sich vor Schreck und mein Herz erstarrte vor Furcht, als ich Astaria mit einem grässlichen Schmerzensschrei verwundet zu Boden gehen sah. Und ich sah, wie sie zu mir gesehen hat. Ein reuevoller, hilfesuchender Blick. Ob der Schmerzen unfähig zu sprechen ließ sie nur einfach das Schwert, die Verteidigung des Letzten Standes, los und hob die Hand. Ein Zeichen, einzuhalten. Ein Zeichen des Aufgebens.


In diesem Moment geschah alles schneller. Ich spürte, wie das Licht mich in ungeahnter Eile nach vorne trieb. Wie es mein Schwert ausholen ließ, um den nächsten, tödlichen Schlag des Eisenmanns zu parieren, zu verhindern. Ich fiel als Sekundant ein, rief laut ein "Halt!". Doch just als ich vor dem gebrochenen Leibe Astarias ankam, erstarrte mein Körper wie zu Eis. Ich fühlte, wie die elende Verderbnis der Arkanen Magie durch meine Glieder fuhr und sie lähmte, als wäre ich zur Salzsäule erstarrt. Unendlicher rechtschaffener Zorn sammelte sich in meinem Herzen, als mein Blick auf Harps Magier fiel, der den Zauber auf mich wirkte. Eisenmann umging mich, wollte meine am Boden liegende Glaubensschwester wieder wie ein Vieh schlachten. Mit letzten Kräften konnte sie ausweichen und röchelte dabei sogar "Aufgabe...". Harp tat die ganze Zeit nichts. Vielleicht ein kleiner, halbherziger und kümmerlicher Laut entrann seiner Kehle. Da wurde mir klar, Astaria hatte Recht. Das hier alles war nur eine Farce, auf welche wir in aller Dummheit hereingefallen sind. Ein Duell, um einen Mord zu legitimieren!


Gedanklich rezitierte ich die Verse eines Gebetes. Nur ein schwaches Murmeln brachte ich durch die Lippen hervor, doch es genügte. Das Licht brannte mit voller Inbrunst in meiner Seele. Ich spürte, wie es aus meinem Innersten nach außen drang und dabei die schändliche, arkane Magie des Zauberers vertrieb. Erstrahlend im goldenen Schutze des glorreichen Lichts der Gerechtigkeit riss ich meine Klinge gegen die von Eisenmann, sie zu blocken und ihn anschließend mit vollem Körpereinsatze von Astaria wegzudrängen. Aus voller Kehle schrie ich nach den anderen Ordensstreitern, die noch im Nordhaintal waren.


Erneut wollte der abtrünnige Zauberer mich mit seiner Magie daran hindern, meine Glaubensschwester zu verteidigen. Doch die Fesseln der Arkanen Magie waren nicht in der Lage, die Macht des Lichts zu durchdringen. Welch törichter Versuch. Und welche Dreistheit, was für ein Wagnis, was für Farce, einen Sekundanten vom Einfallen abzuhalten. Dafür sollte er Buße tun. Dafür habe ich gesorgt.


Erst in diesem Moment, als Eisenmann wie eine feige Ratte von mir wich und zum Schoß seines Richters eilte, hatte Harp genug Rückgrat und genug Stimmgewalt, um das Duell zu unterbrechen. Und Stimmen prallten auf mich ein. In ihrem Klang nicht mehr als Rechtsverdreherei, Unwissenheit und Inkompetenz. Ich vermag garnicht zu beschreiben, welch Abscheu ich über diese sich windenden Schlangen empfand. Mein letztes Wort an Walter Eisenmann war, dass die Vergeltung des Lichtes kommen und ihn holen wird – wenn auch an einem anderen Tage.


In diesem Moment trafen zum Glück auch die anderen Ordensmitglieder ein. Lady Jonina und Fürst Colin retteten Lady Astaria mit dem Heiligen Licht das Leben und schafften sie zu Pferde fort in die Abtei. Ich ging als letzter von uns. Und ich jagte den Verräter Weoferth davon, der sich mit der Niederlage von Lady Astaria abwendete. Kein Verlust. Dieser Mann vermochte, wie mir Schwester Astaria mitteilte, nicht einmal, sie in seinem Dienste als Leibwächter auf Draenor angemessen zu beschützen. Nach Goldenweiden war er geschickt worden, um dort zu wachen. Aber nicht einmal das war ihm gelungen. Wir erhielten mehrere Tage vor seiner Ankunft die Nachricht, dass es Probleme mit Karawanenüberfällen gab.

Er war ein Hochländer. Sein Erscheinen zu dieser Zeit und sein Verschwinden überraschten mich nicht.


Lady Astaria wurde in die Abtei gebracht und unter dem Schutz der Streiter des Silberkodex geheilt. Ein Stein fiel mir vom Herzen, als mir gesagt wurde, dass sie es überleben wird.


Doch beschwert mich stattdessen die Frage, warum sie nicht siegreich war. War ihr eigenes Vertrauen in das Licht zu schwach? Hatte man ihren Geist mit Zweifel belegt? Vielleicht auch wir, als wir ihr nur im Wohlwollen ob der Sorge um sie und ihrer Familie vom Duelle abraten wollten? Vielleicht. Vielleicht wäre es auch anders gekommen, wäre ich beharrlicher gewesen, als ich an ihrer Stelle streiten wollte. Vielleicht wäre es schlimmer gekommen, hätte Kommandant Arcados ein präzises Schussfeld gehabt, hätte abgedrückt, wäre ich nicht schnell genug gewesen.


Ich habe lange darüber nachgedacht. Und ich bin zu einem vollends anderen Schluss gelangt: Dies hier war nicht der Weg des Lichts. Der Weg des Lichts wird nicht über Götzen bestimmt. Warum soll jemand, der sein Leben dem Licht widmete und unzählige Leben gerettet, bewahrt und zur Glückseligkeit geführt hat, sein Ansehen und seine Würde verlieren, weil er gegen einen barbarischen Kannibalen im Kampfe unterlegen ist? Was hat es mit Ehre zu tun, wenn eine gefallene Seele, ein Schlächter, ein Mann des Schattens durch List, Tücke und Ungerechtigkeit einen Diener des Lichts besiegt? Nichts. Das ist die Antwort. Das alles ist ein Makel, den wir als Ritter der Silbernen Hand, die an unseren Kodex gebunden sind, zu ertragen und zu erdulden haben.


Und das Licht wird einen nicht über diesen Weg zum Siege führen. Zumindest nicht unter diesen Umständen. Es hat uns, und ich hoffe auch Schwester Astaria, eine wertvolle Lektion erteilt. Und zwar die, sich nicht auf die Hinterlist der verderbten Seelen einzulassen. Doch ich werde dem Heiligen Licht täglich auf Knien danken, dass es sie in der letzten Sekunde doch noch errettete.


Ich werde sehen, dass ich meine neue Aufgabe gut und mit bestem Gewissen bewältige. Und so sehr ich mich über sie geehrt fühle, so hoffe ich, dass sie bald wieder ihren Platz bei Schwester Astaria findet, welche sie sich in der Vergangenheit mehr als genug verdiente.


Doch möglicherweise ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Viele Regularien wurden gebrochen. Ich wurde dabei gehindert, meine Pflicht als Sekundant zu erfüllen. Lewron Tucan berichtete uns, dass Eisenmanns und van Havens Gesellschaft schon zu Beginn recht eng beisammen waren, als sie die Reise gen Nordhain angetreten haben. Denn Lewron ist ihnen gefolgt, hatte sie dann überholt. Von unbemerkten Folgen seitens Lady Aelendra kann hier also nicht die Rede sein. Und Zweifel kamen auf, über den Stand von Walter Eisenmann.


Das Licht wird Gerechtigkeit walten lassen. Und die Hintermänner hinter alle dem werden bezahlen."

Caverios setzte mit der Feder den letzten Punkt seines Eintrages. Noch einmal betrachtete er das Schreiben von Astaria, welches sie vor dem Duelltag vorbereitet hatte und ihm direkt einen Tag danach zugestellt wurde. In diesem Brief standen all ihre Befürchtungen über die Hintergründe des Ganzen. Und seine Ernennung zum Großmeister.


Er legte die Feder beiseite, den Brief in sein Tagebuch und schloss es.