Lichtblick (Averys Höfe)

Die Kirche des Heiligen Lichts unterhält in allen Gebieten des Reiches Abteien, Kapellen und kleine Klöster. Die meisten davon befinden sich auf Kirchen eigenem Land, zu dem auch Höfe gehören, von denen aus das Land bewirtschaftet wird und durch dessen Erträge sich die Kirche mitunter finanziert.

Beschreibung

Südlich der Späherkuppe und nah der Staubebenen von Westfall führt ein kleiner Pfad von der Hauptstraße in die Richtung der südöstlich gelegenen Dolchhügel. Das goldbraune Land einige Kilometer vor den Bergen ist bis auf ein paar wenige Hügel eben. Und neben einfachen Weideflächen für die Viehzucht erstrecken sich dort einige Korn- und Gemüsefelder, welche in aller Pracht erblühen.

Der Pfad führt schließlich über einen kleinen, steilen und von Bäumen umsäumten Anstieg die Dolchhügel hinauf zu einer größeren Bergterrasse. Eine große, massive Palisade versperrt sowohl die Sicht, als auch den Weg. Nur ein kleiner Eingang in Form eines schmalen Palisadentors gewährt Einlass. Auf Stegen hinter der Palisade sind offenbar mehrere bewaffnete Männer und Frauen positioniert.

Im Hintergrund nah dieser Palisade, welche mit den Bannern von Sturmwind und der Kirche des Lichts behangen sind, kann man des Weiteren einen kleinen Wachturm aus Holz erkennen.

Nachdem das Palisadentor passiert wurde, offenbart sich ein weitreichendes, von Bergen umsäumtes Gelände mit mehreren Höfen, etwa fünf bis sechs Stück sowie einem größeren Rundhaus in der Mitte. Auch an diesem sind wieder die Banner der Kirche des Lichts und des Königreichs Sturmwinds zu sehen. Und nah dieses Herrenhauses befindet sich eine Kapelle, welche anscheinend erst vor kurzem errichtet wurde.

Im südlichen, höher gelegenen Bereich der Dolchhügel ist ein weiterer Spähturm errichtet worden.

Gen Osten führt weiterhin ein kleiner Pfad in den Berg hinein. In diesem offenbart sich ein kleiner Steinbruch, welcher anscheinend gerade erst in seiner Entstehung ist.

Geschichte

Die Höfe von Lichtblick waren einst die Höfe Averys, benannt nach ihrem damaligen Besitzer, dem Großbauern Wolland Avery. Als die Bruderschaft der Defias sich unter Edwin Van Cleef erhob, Westfall terrorisierte und sich aufgrund der mangelnden, militärischen Unterstützung Sturmwinds die Volksmiliz bildete, isolierten sich Avery und seine Männer. Statt sich der Volksmiliz anzuschließen, gründete Avery seine eigene, um einzig und allein für den Schutz seiner Höfe zu sorgen. Er distanzierte sich damit von der Volksmiliz, blieb dieser gegenüber allerdings neutral. Lediglich die Banditen wurden mit einer verheißungsvollen Grausamkeit bekämpft.

Die Volksmiliz und später auch die Westfallbrigade beobachteten dies alles mit Skepsis, ließen ihn allerdings gewähren.

Averys Miliz hatte sich über die Zeit weiterentwickelt. Sie verfügten über eine straffe Organisation sowie eine hervorragende Ausrüstung und Bewaffnung. Aufgestockt wurde ihr Arsenal durch einen Handel mit der neutralen Markgrafschaft Hohenwacht im Arathihochland. Bekannt ist, dass sie im Zuge dieses Handels Bürger von Westfall für Hohenwacht anwarben und im Gegenzug ausgerüstet wurden.

Im Zuge dieser Entwicklung entwickelte sich seitens der Bauern von Avery eine sich steigernde Feindschaft gegenüber Sturmwind und dem König. Die Bewohner des südöstlichen Westfalls waren Avery und seiner Miliz mehr zugetan, anfällig für Propaganda und damit gegen das Königreich aufgewiegelt. Eine Reaktion erfolgte jedoch erst, als Averys Miliz unter dem Befehl der Hohenwachter Söldnerin Roslinn de Montford das Kirchenland Goldenweiden räuberisch überfallen und ein Massaker an den dort lebenden Bauern angerichtet haben.

Als unmittelbare Reaktion darauf wurden die Höfe Averys von der Westfallbrigade und der 53. Kompanie der Armee von Sturmwind gestürmt, Avery festgenommen und die Miliz entmachtet.

Nachdem Averys Höfe von Sturmwind besetzt waren, verschwanden die dort lebenden Bauern jedoch nach und nach. Sie gaben ihre Häuser auf und verschwanden in den Dolchhügeln. Die Soldaten hielten sie nicht auf.

Innenpolitisch erbat die Kirche des Heiligen Lichts um das Land von Wolland Avery, welches ihr widerum seitens des Königreichs als Entschädigung übertragen wurde.

Einige bestialische und furchterregende Verteidigungs- und Abschreckungsanlagen von Averys Miliz, welche bei dem Angriff von Sturmwind auch zerstört wurden, wurden abgebaut und eingeebnet. Lediglich die Palisade wurde repariert und verstärkt. Auch diverse Wachtürme wurden errichtet.

Weiterhin fand im Süden Westfalls eine gewaltige Maßnahme der Gegenpropaganda seitens Sturmwind statt, in welcher die Menschen auf Augenhöhe über die Lügen und finsteren Machenschaften Averys aufgeklärt wurden. Gleichzeitig eröffnete die Kirche des Lichts den obdachlosen und verarmten Menschen Westfalls auf den nun verlassenen Höfen von Avery ein neues Leben als Bauern oder Arbeiter in dem neu etablierten Steinbruch.

In diesem Sinne wurden Averys Höfe in "Lichtblick" umbenannt, da aus einem Schlund der Grausamkeit und des Verbrechens nun eine neue Hoffnung für die Armen Westfalls entstehen soll.

Die Armee von Sturmwind bildete einige der neuen, gewissenhaftesten Bewohner aus, sodass die neue Miliz von Lichtblick unter dem Moralkodex der Kirche des Lichts entstanden ist, bevor sie wieder abgezogen wurde.

Verwaltung

Das Land von Lichtblick gehört der Kirche des Heiligen Lichts und steht unter der Verantwortung des amtierenden Bischofs von Westfall. Er übertrug die Verwaltung und den Schutz an den Orden der Klingen Tyrs.

Lichtblick befindet sich auf dem Territorium von Sturmwind, wodurch auf seinem Grund das Gesetz des Königreichs gilt.

Wirtschaft

Was aus Lichtblick gewonnen wird:

  • 40% Fleisch und andere tierische Produkte (z.B. Eier, Milch,...)
  • 20% Getreide
  • 15% Obst und Gemüse
  • 15% Woll- und Leinenstoff
  • 10% Stein, Kupfer und Zinn

Verteidigung

Die Verteidigung von Lichtblick ist in erster Linie durch seine Lage gegeben. Durch die Berge ist ein natürlicher Schutz der Höfe auf der Bergterrasse vorhanden und der einzige Zugang über einen kleinen Anstieg wird durch einen Wachturm und eine massive, benannte Palisade geschützt.

Die Felder am Fuße der Berge sind lediglich am äußeren Rand mit einigen Zäunen gesichert und werden mit regelmäßigen Patrouillen bewacht.

Die Miliz von Lichtblick steht unter dem Kommando eines Streiters der Klingen Tyrs vor Ort. Die Milizionäre sind gehorsam, allerdings eher undiszipliniert. Einige wenige verfügen über die ein oder andere Panzerung, während die restlichen Menschen hauptsächlich in Lederrüstungen gekleidet sind.

Bewaffnet sind sie mit einfachen Schwertern, Streitkolben, Bögen oder Armbrüsten.

Bewohner

Die Bewohner von Lichtblick sind hauptsächlich neue Siedler, darunter teilweise ehemalige Obdachlose von Westfall. Die meisten Bewohner hier haben ihr Hab und Gut durch die Lasten der Kriege der Allianz verloren, nicht aber ihren Verstand und ihre Kenntnisse über ihre vorherigen Beruf. So haben viele durchaus das nötige Handwerkswissen, um ihrer Arbeit gewissenhaft nachzugehen.

Die meisten Menschen sind vom vergangenen Leid gezeichnet. Gegenüber Fremden ist Misstrauen und Drohen eine notwendige Selbstverständlichkeit - als würden sie fürchten, dass man ihnen ihr neues Leben wieder wegnehmen will. Zu Beginn waren gar einige innere Spannungen zwischen Grüppchen der Bewohner zu verzeichnen.

Doch durch die Bemühungen der Kirche vor Ort scheinen sich zumindest diese inneren Unruhen nach und nach zu lösen und einem gemeinschaftlichen Zusammenhalt zu weichen. Ebenso wird auch Mitgefühl mit den anderen gelehrt, welche nach wie vor auf den Ebenen Westfalls hungern.

Lichtblick