Varithras' Hinrichtung

Im Schatten des Raben

Die 7. Morgenstunde brach an und die Sonne schickte ihre ersten Strahlen bereits über den rötlichen Horizont, ließ die grünen Bäume des Waldes von Elwynn in ihrem Schein erstrahlen. Nur wenige Wolken hingen am Himmel und der Morgennebel hing schwer über dem Hain.


Aber den Menschen, die sich um das kleine Garnisonsgebäude der Rechtwacht versammelt haben, war das egal. Die Herolde verkündeten laut ein Geschehen in den umliegenden Dörfern, dass das Interesse einiger Bürger weckte. Wie unbekümmert sie diesem doch folgten. An welch makaberen Schauspiel sie sich doch zu ergötzen suchten.


Rechtwacht ist, wie man auszudrücken vermag, ein Außenposten der Weststromgarnison, nordöstlich von dieser gelegen und Quartier zweier Züge der Elwynnwache. Und das nicht umsonst; ein besonderer Schutz soll diesem Ort gewidmet werden, denn dies war ein Ort des Todes. Ein Ort des gerechten Todes, wie manche sagen würden, denn was sollt's and'res sein, wenn ein Henker des Königs das Beil schwingt? Viele Verbrecher von Sturmwind, allem voran Banditen, fanden hier ihr Ende. Und heute sollte es nicht anders sein.


Vom Licht der aufgehenden Sonne beschienen, von einem hölzernen Gerüst hängend, der mehrfach umwickelte Knoten eines Galgenstrangs. Und nicht weit vom Gerüst war ein hochtürmender Scheiterhaufen, in welchem die Reste des Delinquenten eingeäschert werden sollten. Er sollte restlos vom Angesichte Azeroths verschwinden.


Und da kam er auch schon. Die Karawane rückte aus Ost-Elwynn heran.


Der, der hier heute hingerichtet werden sollte, war gefürchtet. Zumindest von den wenigen, die Gerüchte über ihn und seinen finsteren Herren gehört haben; ein Häscher des Schwarzen Rabens von Serdan.

Nicht vielen war die Geschichte um das vergangene Adelsgeschlecht aus dem Dämmerwald bekannt. Und nicht viele wussten darum, wie sein letzter Überlebende dieser Familie, dieser Schwarze Rabe, Sturmwind mit seiner finsteren Magie langsam und andauernd wie das Korn auf den Feldern zerfressen wollte, bis nicht mehr als ein karges, trostloses Feld zurückbleiben würde.

Und er, dieser seiner Diener, dessen Stunde heute schlagen würde, sollte furchtbare Grausamkeiten mit schwarzer Magie angerichtet haben...


In den Augen der Vernunft mag es gewagt gewesen sein, ein solches Wesen in aller Öffentlichkeit zu richten. Und auch noch inmitten der tiefsten Wälder von Elwynn. Hatte man die Gefahr vielleicht unterschätzt?


Aber der Wissenden waren nur wenig. Denn einige waren heute gekommen, um einer von vielen bewachten Hinrichtungen des Reichs beizuwohnen. Doch bemerkten sie schnell, dass es sich nicht um einen alltäglichen Vorgang handeln würde, als sie die schwer bewachte Karawane sahen. Vorne und hinten wurde der arkanmagisch schwebende Wagen von drei schwer gerüsteten Rittern geleitet, einem Zug erfahrenster Soldaten und zwei Kampfmagiern.


Die Zuschauer hatten eine Gasse vor dem Kasernengebäude der Rechtswacht gebildet, sodass nur der Weg in der Mitte, der zum Galgen führte, frei war. Dieser wurde rechts und links von etlichen Soldaten gesäumt, mit Schwert, Schild und Armbrüsten bewaffnet. Und am Ende selbst schritten ein Richter Sturmwinds, zwei Paladine, der Kommandant der Magierwache und, mit einem unter seiner düsteren Kapuze verborgenen Gesicht, der Henker.


Die Menge wurde still, als der Wagen vor dem Beginn des Weges stehen blieb. Die beiden Magierwachen vollzogen ein kurzes Ritual und unter einem arkanmagischen Flimmern erschien der Hexenmeister Varithras Carraigh.

Sein Anblick mag Vielen eine Überraschung gewesen sein. Das verheißungsvolle Monster, dem man so fuchtbare Dinge nachsagte, war ein gebrochener, alt wirkender Mann. Er trug nur schwarze, schmutzige Lumpen am gekrümmten, abgemagerten Körper. Das Gesicht war eingefallen, Haare und Bart lang, zerzaust und ungepflegt. Das einzige, was ihn von einem gebrechlichen Alten unterschied, war das violette Leuchten um seinen Leib. Ein Bannzauber, der ihn am Wirken seiner schändlichen Magie hinderte.


Als einer der Wachsoldaten ihm mit einem Stoß in den Rücken aufforderte, stolperte er mit einem krächzenden Ächzen voran und wäre um ein Haar gestürzt. Doch mit einem einfachen Stock, den man ihm gegeben hatte, konnte er sich mit angestrengtem Gesichte gerade noch so abfangen.


Und es dauerte nicht lang, da erschallte auch schon der erste Ruf aus der Menge. "Da ist er! Mörder!" - und auf diese Stimme folgten zahlreiche andere. Aus den Kehlen etlicher, guter Menschen schlug Varithras purer Hass, pure Verachtung, Spott und Hohn entgegen. Einige drängten sogar nach vorne, als wollten sie ihm gar selbst das Genick brechen. Aus dem Hintergrund erschallte von einem Offizier der Wache jedoch ein Ruf, auf den hin in einer Bewegung wie ein Mann die Soldaten die Schilde gegen die Menge hielten, um sie abzuhalten.


Varithras war wackelig auf den Beinen, mühte sich sichtlich, nicht zusammenzubrechen und stützte sich schwer auf seinen Stock. Ausdruckslos war sein Blick, als er zu dem Galgengerüst starrte. Die tobende Menge schien er gar nicht zu beachten.

Erst die Schelte des Kampfmagiers neben ihn ließ ihn, wie aus einer Trance geholt, etwas zusammenzucken und den Soldaten vor ihm zögerlich und auf schwachen Beinen folgen, die ihm zur Hinrichtungsstätte eskortieren. Auch die Magier folgten. Und die Buhrufe der Zuschauer nahmen zu. Die Menschen drängten gegen die Schilde, bespuckten und beleidigten Carraigh. Aus der Menge flog manchmal sogar verfaultes Obst nach ihm. Aber Treffer steckte er mit einem Ächzen weg und mühte sich weiter.


Am Hinrichtungsort angekommen machten die Paladine keine Umstände, sich auf Carraigh zuzubewegen. Und Carraigh würdigte sie keines Blickes. Schon vor Beginn hatte er eindeutig klargemacht, dass er auf die Abnahme der Sterbesakramente keinen Wert lege.

Wieder lag sein Blick starr auf dem Galgen, ehe der letzte Schlag der schon leicht rostigen Glocke der Rechtswacht verklang. Die Magier gingen hinter das Galgengerüst und die Soldaten packten sich Carraigh und zerrten ihn hinauf, wo sie ihn auf die Falltür stellten und ihm den Galgenstrang um den Hals legten. Der Richter, Charles Montgomery, ein hagerer Adliger mit grauen Haaren, Spitzbart und Monokel, der sich auf einem edlen Gehstock abstützte, legte seinen unberührten Blick auf Varithras. "Habt Ihr letzte Worte?"


Varithras schnaubte. "Es war ein kurzes Vergnügen." erwiderte er lediglich in einem Anflug von Häme und Galgenhumor.


Montgomery schüttelte daraufhin lediglich den Kopf und richtete den Blick auf die tobende Menge. "RUHE!" gebot er, dabei die Hände anhebend. Und obgleich es einige Momente dauerte, wurde es in der Menge deutlich stiller. Montgomery senkte zufrieden die Hände und stützte sich wieder auf seinem Gehstock ab.


"Bürger von Sturmwind! Am heutigen Tage geschieht Gerechtigkeit!" rief er und ein Jubeln dröhnte ihm von der Menge entgegen. "Dieser Mann, Varithras Carraigh, wurde der Hexerei, des Mordes und der Verschwörung gegen das Königreich für schuldig befunden! Und im Namen seiner königlichen Majestät ward er zum Tod durch den Strang verurteilt. Das Licht möge seiner Seele gnädig sein! Seht nun, wie diese verabscheuenswerte Gestalt-..."



Montgomery wollte fortfahren, wollte dem Volk Gerechtigkeit zeigen. Ihnen zeigen, was mit Verbrechern geschah. Ihnen zeigen, dass Sturmwind in der Lage war, seine Bewohner zu schützen.

Doch dazu kam er nicht mehr...


Seine Stimme wurde übertönt. Nicht nur von den Bürgern, die nun in Verwunderung und Unbehagen tuschelten, sondern auch von dem Gekrächze aus tausend Schnäbeln, die sich in den Bäumen um die Lichtung des Hinrichtungsortes sammelten und nun aus dem Geäst hervorbrachen. Pechschwarz die Federn der Raben, die sich in Schwärmen aus den Ästen in den Himmel erhoben und diesen verdunkelten.


Alle Blicke waren nach oben gerichtet, die meisten von Angst erfüllt, während die Magierwache und die Paladine sich im Angesicht der Situation anspannten. So bemerkte auch niemand, wie von einem Mann in der Menge die Illusion von einfacher Kleidung wie Farbe vom Leibe floss, eine schwarze Kutte offenbarte und der Dolch von seinem Gürtel in seine Hand wanderte.


"FÜR DEN MEISTER!" brüllte eine Stimme wie aus rohem Eisen. Der Kuttenträger – und andere, die sich plötzlich in der Menge offenbarten - rammten ihre Klingen in die Kehlen ihrer Nächsten, der abgelenkten Bürger. Rot ergoss sich das warme Blut aus den Wunden der Opfer, laut waren die Schreie vor Schmerz und Entsetzen. Panik brach in der Menge aus. Die Menschen ergriffen die Flucht. Fort! Weg von diesem Ort!


Die überrumpelten Soldaten wollten durch die Menge auf die Kuttenträger zupreschen. Doch mit einem ohrenbetäubenden Aufbrüllen einiger der Gerüsteten wandelte sich das Bild: Die Männer im Löwenwams griffen ihre eigenen Kameraden an! Von hinten und von der Seite stachen sie auf sie und panisch flüchtende Bürger mit gnadenloser Brutalität ein! Verrat. Grässlicher Verrat.


Aus den Wäldern stürmten nun weitere Männer, schwarz gerüstet, Raubrittern gleich, und fielen über die auseinanderstrebende, panische Menge und die völlig verwirrten Karawanensoldaten her.

Der Geruch von Blut und die Schreie der Flüchtenden und Sterbenden erfüllten die Luft, als der Kampf sich in ein grauenvolles Gemetzel verwandelte, in welchem Soldat wie Zivilist gleichermaßen niedergemäht und so zur Stolperfalle für die in entsetzlicher Panik Fliehenden wurde. Es wurde geschubst und gestoßen. Menschen, die in dem Gedränge zu Boden gegangen waren, wurden einfach überrannt.


Und die Kampfgeräusche des Gemetzels, die angst- und schmerzerfüllten Schreie, das elende, ohrenbetäubende Krächzen der Raben wurden an Grauen bloß noch von einer grollenden, finsteren Stimme übertroffen. "Der einzige, der meine Diener hinrichtet...bin ich."



Oben auf dem Dach des Kasernengebäudes, dessen Tor nun in hellen Flammen aufging und dessen Sturmwinder Banner lichterloh brannte, stand eine ganz in schwarz gekleidete Gestalt. Der als der Rabenfürst bekannte Mann persönlich. Die Hand ausgestreckt brannte sie in einem violetten Feuer, dass sich in die Richtung eines irritierten, zwangsweise starr in all dem Schrecken verharrenden Varithras Carraigh entlud. In einem Feuerwerk der Magie verbrannte das Galgenseil und zerfiel der Bannzauber auf dem Hexenmeister zu Staub.

Carraigh ging ächzend zu Boden und robbte, so schnell es ihm nur möglich war, von der Falltür des Galgengestells weg in dem Versuch, ein wenig Deckung inmitten des Chaos zu finden. Doch am Rande der Gerüsts fiel sein Blick auf den ängstlichen, tatenlosen Richter, der sich hinter dem Gestell zusammengekauert hatte. Ein hämisches Grinsen ließ sein eingefallenes Gesicht zu einer grässlichen Fratze werden und kryptisch murmelnd bildete sich mit dem Machtschub des Rabenfürsten in seiner Hand ein helles Feuer. "Wer richtet jetzt wen hin, mh?" knurrte er und schleuderte Montgomery ein magisches Geschoss entgegen. "W-wartet!" war das einzige, was der Richter herausbrachte, ehe der Feuerball ihn verschlang und seinen Körper bis zu den Innereien verbrannte. Leblos und verkohlt sank der tote Körper zu Boden.


Die beiden Kampfmagier beim Galgengerüst, indessen gerade im Begriff, Carraigh mit einem Zauber aufzuhalten und endgültig zu vernichten, spürten unter einem qualvollen Ächzen zwei Klingen, die sich jeweils durch ihren Leib bohrten. Erstochen von zwei Soldaten in der Rüstung und im Banner Sturmwinds kippten sie blutend zu Boden. Wie auch bei den Kuttenträgern zuvor floss jedoch der Trugschein des Reiches wie Farben unter Wasser von ihren Rüstungen. Das Silber wich einem Schwarz, die blauen Verzierungen einer violetten. "Kommt, Carraigh!" brüllte einer von ihnen. Varithras erkannte die Gardisten, die Sturmsoldaten des Hauses Serdan, und unter Aufwendung letzter Kräfte, taumelte er auf sie zu und kletterte vom Gerüst. "Wurde...auch langsam Zeit." krächzte er dabei.




Schwerter klirrten, Schreie voller Zorn und Schmerz erfüllten die Luft, drangen über das Geschrei der verängstigten, fliehenden und sterbenden Bürger, als sich die Paladine und die verbliebenen loyalen Soldaten der Verräter erwehren mussten. Streich um Streich, Hieb um Hieb wendete sich das Blatt nun zu Gunsten des Lichts und der Gerechtigkeit Sturmwinds, als die unmittelbaren Angreifer von den Gerüsten bezwungen wurden. Doch als sich die Reihen lichteten, erblickten die Paladine, wie Carraigh mit den Gardisten flüchtete. "Dort! Haltet sie auf!" rief Sir Valestran, ein Mann im Wappen der Silbernen Hand. Und die Gerüsteten eilten hinterher.


Der Rabenfürst hatte indessen seinen Platz auf dem Dach der Kaserne nicht verlassen. Knisternde, verderbte Flammen sammelten sich immer wieder in seiner Hand, als er Feuer auf die loyalen Soldaten und all jene panisch flüchtenden, unschuldigen Bürger regnen ließ, die dem Gedränge und der Schlacht nicht zeitig genug entfliehen konnten. Ein Geschoss nach dem anderen. Immer wieder. Und unter quälenden Schreien brachen die Opfer brennend und leidvoll verendend zusammen.


Tapfere Soldaten hatten sich ein Herz gefasst. Die versperrten Türen zu den Zinnen der Kaserne traten sie auf und legten ihre Armbrüste an. Gar von beiden Seiten wollten sie den Rabenfürsten mit Bolzen durchlöchern. Abzüge wurden gezogen und Bolzen sausten tödlich durch die Luft. Doch nur, um mit einem kurzen, grünen Aufflackern am magischen Schild des Hexenmeisters abzuprallen. Und noch bevor einer der Männer realisierte, was geschah, folgte die Vergeltung, als die nächsten Feuerbälle in die Gruppe der Soldaten brandeten und die brennenden Körper über die Zinnen geschleudert wurden und auf dem Boden aufschlugen.


Der Rabenfürst wandte seinen Blick wieder in den Wald. Grimmig sah er, wie Carraigh von den Paladinen verfolgt wurde und in einem grünen Glühen verschwand er vom Dach der Kaserne.



Carraigh, dessen Zeit in Haft ihn seiner Kräfte beraubt hatte, rannte so schnell er konnte. Doch die Zeit im Gewölbe von Sturmwind forderte seinen Tribut. Ächzend und kraftlos blieb er stehen, hetzte die beiden Gardisten den Paladinen entgegen, ehe er begann, seine letzten Kräfte für einen allerletzten Zauber zu mobilisieren.

Schwerter der Verderbnis und Klingen des Lichts prallten derweil aufeinander, als Paladine und Gardisten sich einen erbitterten Kampf lieferten. Doch die Gerechtigkeit Tyrs obsiegte. Mit tödlichen Wunden sackten die schwarz gerüsteten Gardisten ein. Und nun ward die reine Macht des heiligen Lichts gen Carraigh entladen, als dessen Hände bereits im Feuer des Zaubers zu glühen begannen. Der verderbte, geschundene Körper sackte unter dem brennenden Schmerz des eigenen, misslungen Zaubers und der Heiligen Magie nun vollkommen ausgelaugt zusammen.


Varithras sank auf Hände und Knie, brachte kaum mehr als ein Wimmern hervor und spuckte Blut.


"Das war's für Euch, Carraigh. Vielleicht sterbt Ihr nicht am Galgen, doch endet Euer Leben hier. Dies sei gewiss." versprach Sir Valestran metallern durch das Helmvisier und rümpfte die Nase, ehe er auf Varithras zustürmte, das Schwert zu einem enthauptenden Hieb erhoben, ausholend...

Doch bevor sie ihn erreichte, erschütterte der Boden. In einem hellen magischen Leuchten teleportierte sich der Rabenfürst nun direkt zwischen die Paladine und Varithras, entsendete eine Welle der Verderbnis gegen die heiligen Ritter, die sie benommen nach hinten taumeln ließ und eine Welle lähmenden Schmerzes durch ihre Leiber jagte, sie wanken ließ, unfähig einen weiteren Angriff zu führen, nur noch die Schilde als letzten Schutz vor sich haltend.


Und wieder nahm das Gekrächze der Raben ohrenbetäubend zu. Der Himmel wurde von den Schwingen der schwarzen Kreaturen verdunkelt und Schatten flackerten über den Boden.


Varithras blickte auf, seinem Herrn und vermeintlichen Retter entgegen, doch nur um von dessen Tritt gänzlich in den Staub befördert zu werden. Mit einem leisen Ächzen verlor er das Bewusstsein.

In der rechten Hand des Rabenfürsten bildeten sich derweil wieder Flammen, bildeten flirrende kryptische Glyphen und Runen. "Vielen Dank, dass Ihr meinen Diener für sein Versagen angemessen bestraft habt. Doch ab hier übernehme ich." sprach die alte Stimme mit zynischer Gelassenheit, ehe sich die Macht seines, vermutlich lang vorbereiteten Zaubers entlud.

Und die sich in bestialischer Pein windenden Paladine konnten nichts anderes tun, als voller Entsetzen mit anzusehen, wie um den Gebäuden hinter dem Rabenfürsten Glyphen in einem bedrohlichen Grün zu leuchten begannen, ehe im lauten Knall einer schieren Explosion magischer Energien sich hohe Stichflammen bildeten, auf die Gebäude übergriffen und unglückseligen Bürgern das Fleisch von den Knochen sengte, deren Schreie in Schmerz und Agonie sich mit dem Gerkächze der Raben zu einer Kakophonie des Grauens verband.


Der Rabenfürst sah hinter die Paladine zum Hinrichtungsplatz und dann über die Schulter. "Ich denke...Ihr habt hier erst einmal mit genug anderen Dingen zu tun." höhnte er, ehe sich hinter ihm langsam das leuchtende Oval eines Portals öffnete. Beinah seelenruhig beugte er sich hinab, um Carraigh vom Boden zu heben und verschwand mit ihm schließlich durch das magische Tor.



Längst hatte sich das Portal wieder geschlossen, als der Wille der Paladine über die schändliche Magie obsiegte und sie das Ausmaß der Zerstörung erkannten:

Der Hinrichtungsplatz war gepflastert von Leichen. Einfache Männer und Frauen, Kuttenträger, Raben, Soldaten und Gardisten. Ein Teil der verbliebenen loyalen Männer kämpfte noch immer, bis plötzlich ein Aufschrei durch die Reihe der letzten noch stehenden verräterischen Soldaten ging und sie zeitgleich, noch mitten im Kampf begriffen, vor den Augen der überraschten Streiter Sturmwinds zu Boden gingen.

Als wäre dies das Zeichen für sie, flüchteten sowohl Kuttenträger als auch die Gardisten Serdans in die Wälder, ließen die dezimierten, erschöpften und verwundeten Soldaten Sturmwinds zurück. .



Die Leiche des Richters fand man nicht. Sie sollte später, nach der kommenden Nacht am nächsten Morgen, als "Blutrabe" vom Dach hängen; Die Füße zusammengebunden, der Kopf nach oben, die Arme wie Flügel ausgebreitet und die Rippen elendig aus dem Körper gerissen, unförmig und unnatürlich nach außen zu den Armen gewinkelt, zu Knochenschwingen pervertiert.